Zentrum für Nanostrukturtechnologie und Molekularbiologische Technologie

 
  

Pressemeldungen

Von der Siliziumscheibe zum Chip

Autor/in: Dr.-Ing. Sandra Wolff

8.10.2008

Wie wird eigentlich aus einer Siliziumscheibe ein Computerchip? Welche Bedingungen, Verfahren und Technologie sind nötig, um die mikroskopisch feinen Strukturen eines Halbleiterelements zu erzeugen?

Das NanoBioNet e. V., das deutschlandweit größte Kompetenznetzwerk im Bereich Nanotechnologie, und das Nano + Bio Center der TU Kaiserslautern boten zu diesem Themenkomplex ein Weiterbildungsseminar an der TU vor wenigen Tagen an. Im Seminar erfuhren die insgesamt zwölf Teilnehmer in Vorträgen und durch eigene Versuche im Reinraum, wie durch fotolithografische Verfahren und durch das Trockenätzen Silizium-Bauelemente für elektronische und mikromechanische Anwendungen hergestellt und strukturiert werden können.

Dr.-Ing. Sandra Wolff, Seminarleiterin und Abteilungsleiterin der Abteilung Nanostrukturtechnologie am Nano + Bio Center, beschreibt das Anliegen wie folgt: "Mit unserem Seminar wenden wir uns an alle wissenschaftlichen und technischen Fachkräfte, die bereits jetzt oder künftig mit diesen Technologien arbeiten, aber mehr über die Grundlagen erfahren möchten - und dabei von unserem Expertenwissen auf diesem Gebiet profitieren wollen. Wir sind natürlich froh, dass unser Seminar eine so starke Nachfrage gefunden hat, dass wir es in diesem Jahr sogar zweifach auflegen konnten."

Martin Monzel, Geschäftsführer von NanoBioNet e. V., ergänzt: "Die praktischen Übungen im Reinraum kann kein noch so guter Vortrag ersetzen. Und unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass unser Seminar eine Lücke in der Ausbildung von Laboranten und wissenschaftlichen Mitarbeitern schließen kann."

Mehr über das Aus- und Weiterbildungsprogramm von NanoBioNet e. V. unter www.nanobionet.de

Microarraykurs

Zu unserem Microarraykurs hat es einen Bericht in der Rheinpfalz gegeben!

Die folgende Pressemitteilung wurde herausgegeben:

22.09.2008

Internationaler Workshop über Genomforschung am Nano+Bio Center der TU

Autor/in:  Prof. Dr. Regine Hakenbeck
 
Im Rahmen des "Network of Excellence - European Virtual Institute for Functional Genomics of Bacterial Pathogens - EuroPathoGenomics" (NoE EPG) veranstaltete das Nano+Bio Center (NBC) der TU Kaiserslautern einen internationalen Workshop über "Microarraytechnologie" vom 8. bis 12. September. Zweck des Workshops war die Vermittlung neuester Technologien auf dem Gebiet der Genomforschung.

Ein Genom, das heißt die Desoxyribonukleinsäure oder kurz DNA eines Organismus, enthält dessen gesamte genetische Information. Durch den rasanten Fortschritt in den letzten Jahren auf dem Gebiet der DNA Sequenzierung sind Genome verschiedener Organismen und einer Vielzahl von Bakterien entschlüsselt worden. Der nächste wichtige Schritt ist der Vergleich verschiedener Genome. Man kann auf diese Weise zum Beispiel Komponenten identifizieren, die ein harmloses Bakterium von einem Krankheitserreger unterscheiden. Erwartet werden dabei Erkenntnisse über die Evolution und Ausbreitung von Krankheitserregern. Langfristiges Ziel ist es, Chemotherapeutika und Impfstoffe zu entwickeln, um Krankheiten zu bekämpfen.

Dr. Patrick Maurer und Michael Nuhn vom NBC, zusammen mit Michèle Memmer und Dr. Peter Reichmann aus der Abteilung Mikrobiologie betreuten den Kurs. Studierende aus Schweden, Ungarn, den Philippinen und aus Deutschland von den Universitäten München und Würzburg arbeiteten sich in der Woche durch ein kompaktes Programm, in dem sie lernten, wie man Genome verschiedener Bakterien vergleicht. Die Kursteilnehmer isolierten DNA, die mit speziellen fluoreszierenden Farbstoffen markiert werden müssen, um einzelne Gene auf einem "DNA-Chip" spezifisch nachweisen zu können. Ein ganz wesentlicher Faktor ist die bioinformatische Auswertung der Versuche, die nur möglich ist, wenn ausreichend große Datenbanken zur Verfügung stehen, mit denen alle Gene eines Bakteriums (einige tausend) mit allen bisher bekannten Genen anderer Organismen verglichen werden können.

Diese enormen Rechenleistungen können nur mit Hilfe von speziellen Rechnerclustern durchgeführt werden. Am NBC der TU Kaiserslautern ist es gelungen, solche Rechner zu etablieren, um solch komplexe bioinformatische Analysen zu ermöglichen. Über die homepage stehen sie Wissenschaftlern weltweit zur Verfügung (  nbc3.biologie.uni-kl.de  ).

Der Workshop wurde von dem NoE EPG finanziert, das von Prof. Dr. Jörg Hacker, dem derzeitigen Präsidenten des Robert-Koch Instituts, koordiniert wird. Die Abteilung Mikrobiologie der TU Kaiserslautern (Prof. Dr. Regine Hakenbeck) ist Mitglied in diesem von der EU geförderten Netzwerk. Die Genomforschung gehört zu den Schwerpunkten in der Mikrobiologie, der am NBC interdisziplinär bearbeitet wird. Das NBC wurde 2004 mit Mitteln der EU und des Landes Rheinland-Pfalz an der TU Kaiserslautern etabliert. Dieser Workshop ist Ausdruck dafür, dass das NBC im fünften Jahr seit seiner Gründung national und international vernetzt ist und damit ein wesentlicher Bestandteil der TU Kaiserslautern für ihre überregionale Außenwirkung geworden ist.